GI-Arbeitskreis
Modellbasiere Entwicklung eingebetteter Systeme
Webseite des Arbeitskreises Modellbasierte
Entwicklung eingebetteter Systeme der Gesellschaft für Informatik
(GI e.V.)
Motivation
Eingebettete
Software wird zunehmend zum Innovationstreiber in Branchen wie der
Produktions- und Automatisierungstechnik, der Automobiltechnik, oder
der Luft- und Raumfahrttechnik. Trotzdem wurde und wird deren
Entwicklung zu großen Teilen stärker von den
Anwendungsdomänen wie Regelungstechnik oder Anlagenbau ge- und
betrieben. Dass informatische Ansätze in diesen Bereichen oft nur
teilweise angekommen sind, hat unter anderem die folgenden Ursachen:
- “Außensicht
der Informatik”: Informatik als reine Bereitstellung von Middleware und
OO-Prinzipien
- “Negativ-Image”:
Unreflektierter Einsatz (zustandsorientierter) UML-Modelle auf
regelungstechnische Probleme
- „Matlab-Add-On“:
Tradition der regelungstechnischen Werkzeuge und Modelle
- „No quick
wins“: Zugewinn vieler Informatikmethoden nur projektübergreifend
erfahrbar
- „Generische
vs spezifische Lösungen“: Kaum Bereitstellung von
Standardlösungen im Embedded-Bereich durch die Informatik
- „Der
blinde Fleck“: Mangelnde Integration von regelungstechnischen
Ansätzen in die Informatik
Andererseits
haben informatische Ansätze durchaus Einzug in den
Entwicklungsprozess eingebetteter Systeme gehalten. Insbesondere
modellbasierte Ansätze haben dazu beigetragen, wie
- Ablösen
des Komponenten-Kopie-Ansatzes durch das Prinzips der
Klasse-Instanz-Beziehung
- Definition
von domänenspezifische Architekturmodellen: Schichtenmodelle,
Bushierarchien
- Konstruktion
von hybriden Umgebungsmodellen: Abstraktere und erweiterte Modelle der
Umgebung
- Definition
von Entwurfsebenen: Funktionsarchitektur, logische Architektur,
technische Architektur
- Vermittlung
von Modellen und Techniken zur Unterstützung der
Anforderungsanalyse und -definition
- Vermittlung
von Modellen und Techniken zur Beschreibung von Varianten und
Produktlinien
Darüberhinaus
sind jedoch für eine durchgängige modellbasierte Entwicklung
eingebetteter Systeme weitergehende Ansätze notwendig. Daher wurde
im Rahmen des Arbeitskreises die folgende "Roadmap" für den
Arbeitskreises, aber auch über diesen hinaus, definiert:
- Integrierte Beschreibung hybrider (regelungstechnischer und
ereignisgetriebener) Modelle
- Konstruktion domänenspezifische Bibliotheken
wiederverwendbarer Komponenten/Funktionen
- Modelle für Fehler und Fehlerausbreitung bei Software- und
Hardware/Softwaresystemen
- Modelle und Techniken für Komposition von Gesamtfunktionen
aus Einzelfunktionen
- Modelle für (Schnittstellen-)Verhalten zur
Unterstützung der Verteilung und Integration
- Eigenschaftserhaltende Übergänge zwischen den
Entwurfsebenen
Ziel des
Arbeitskreises ist es, Arbeiten in diesem Themengebiet zu vernetzen,
unter anderem als
- Austauschplattform
über domänenspezifische Probleme und existierende
Ansätze zwischen den unterschiedlichen Disziplinen (insbesondere
Elektro- und Informationstechnik, Maschinenwesen/Mechatronik, und
Informatik)
- Austauschplattform
über relevante Probleme in der Anwendung/Industrie und
existierende Ansätze in der Forschung
- Kommunikationsforum
zur Verbindung von nationalen und internationalen Aktivitäten
(z.B. Initiative des IEEE zum Thema Model-Based Systems Engineering,
GI-AK Modellbasierte Entwicklung eingebetteter Systeme, GI-FG
Echtzeitprogrammierung, MDA Initiative der OMG)
Aktivitäten
Zur Umsetzung
seiner Ziele organisiert der Arbeitskreis
regelmäßig Veranstaltungen zum Thema "Modellbasierte
Entwicklung eingebetteter
Systeme":
Falls Sie
über die Aktivitäten des Arbeitskreises auf dem Laufenden
gehalten werden wollen, geben Sie uns per email Bescheid.
Organisation
Der Arbeitskreis
ist der Fachgruppe FG
2.1.9. Objektorientierte Software-Entwicklung (OOSE) des
Fachbereichs SWT Softwaretechnik der Gesellschaft
für Informatik e.V. zugeordnet und mit dem GI-Querschnittsfachausschuss
Modellierung verbunden.
Kontakt
Bernhard
Schätz
Fakultät
für Informatik
TU München
Boltzmannstraße
3
85748
München
Tel.:+49-89-289-17800
Email: schaetz@in.tum.de
Bernhard Schätz